RED Friday – Remember Everyone Deployed – Ein Brauch in den USA und Deutschland?

Ein Text von Wolf Gregis

Jeden Freitag tragen viele US-Amerikaner rote Kleidung, um Solidarität mit ihren Einsatzsoldaten in Übersee und Mitgefühl für deren Familien auszudrücken. Woher der Brauch stammt, ist umstritten. Einige sagen, er ginge auf eine kanadische Initiative 2004 zurück, andere berichten von plötzlich zirkulierenden Ketten-Mails im Jahr 2005.

So oder so: Es geht um den sichtbaren Ausdruck von Rückhalt für Soldaten und ihre Familien. Dazu wird an jedem Freitag die Farbe Rot getragen. Sie ist ein Symbol für die Farbe des Blutes, das diese Soldatinnen und Soldaten bereit sind, für ihr Land einzusetzen.

Wer sich in Deutschland auf die Suche nach dem RED Friday macht, landet zunächst bei Aktionstagen vom MediaMarkt. Nur vereinzelt finden sich in den sozialen Medien Beiträge zum RED Friday – zumeist von Veteranen der Bundeswehr. Oft werden amerikanische Motive in Rot oder Slogans wie „Remember Everyone Deployed“ oder „Until they all come home“ übernommen. Es finden sich aber auch einzelne Erzählungen von Soldatinnen und Soldaten aus den deutschen Einsätzen. 

Der RED Friday böte aber auch hierzulande die Gelegenheit an einen internationalen Brauch anzuknüpfen und das Bewusstsein für die Einsätze und Missionen der Bundeswehr zu schärfen. Gerade Einsatzveteranen könnte hier eine besondere Rolle zukommen. Indem sie von ihren Erfahrungen berichten, sensibilisieren sie nicht nur für die gegenwärtigen Einsätze, sondern halten auch die Erinnerung an vergangene Leistungen und Opfer wach.

Die Übernahme von US-amerikanisch geprägten Traditionen, Initiativen und Bräuchen kann für Deutschland auf Dauer nicht wegweisend sein. Es gilt, eigene Wege der gegenseitigen Unterstützung von Bundeswehr und Zivilgesellschaft sowie der Gedenk- und Erinnerungskultur zu finden. Insbesondere Veteranen können hier als Vermittler dienen. Als Starthilfe für ein eigenes Bewusstsein sind Bräuche wie der RED Friday jedoch sehr zu begrüßen.

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